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Ein Leben lang Schule!

Reportagen

Josephin Kümmel (Foto: Stefanie Völker) ist 21 Jahre alt und stammt aus Elsterwerda. Seit Oktober 2009 studiert sie an der TU Dresden im 4. Semester Chemie und Mathematik auf Lehramt. 

Redaktion: Wie kommt man darauf, sich nach 13 Jahren pauken gleich weiter zum Lehrer ausbilden zu lassen, um auch den Rest seines Lebens in der Schule zu verbringen?

Josephin: So verrückt es für manche auch klingen mag, aber ich bin immer gern in die Schule gegangen. In der Grundschule habe ich öfters mit meinen Freundinnen „Schule“ gespielt und sie unterrichtet. Auch die Lehrer waren für mich keine Feinde, die Meisten mochte ich sogar sehr gern. Dementsprechend habe ich schon recht früh den Wunsch gehabt, Lehrerin zu werden.

Als Schülerin habe ich öfters auf die Unterrichtsmethoden meiner Lehrer geachtet und mich gefragt, was man da besser machen könnte. Wie würde ich wohl eine Unterrichtsstunde gestalten, fragte ich mich?! Ich war mir sicher, dass mir die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen Spaß macht und es eine Herausforderung ist, ihren Wissenshorizont zu erweitern. Da war es eine tolle Chance, Nachhilfeunterricht für untere Klassenstufen zu geben, der mir dann tatsächlich große Freude bereitet hat.

Redaktion: Wie kann man Lehrer werden? Welche Voraussetzungen braucht man dafür?

Josephin: Ich habe mich 2009 nach dem Abitur an der TU Dresden für das Lehramtsstudium beworben. Ich denke die Voraussetzungen, um angenommen zu werden, sind von Uni zu Uni unterschiedlich. Für die Fächer Chemie und Mathematik gibt es einen bestimmten Numerus Clausus, der eingehalten werden muss.

Grundsätzlich sollte man die Bereitschaft zum Lernen und Geduld mitbringen. Abhängig von der Fächerkombination hat es das Studium schon ganz schön in sich, mit Chemie und Mathe habe ich mir nicht gerade die leichtesten Fächer ausgesucht. Soziale Kompetenzen sind wichtig, um später gut mit den Schülern arbeiten und ihnen helfen zu können.

Redaktion: Dann erklär doch mal, was fasziniert dich so an dieser Chemie-Mathe Kombination, welche bei vielen Schülern ja eher Angst als Freude auslöst?

Josephin: Schon in der Schule habe ich mich für die zwei Fächer begeistert und diese gern gehabt. Ich rechne gern mit Zahlen und das Experimentieren in Chemie macht mir viel Spaß. Es ist anschaulich und eine nette Abwechslung zu der sonst hohen Theoriedichte. Auch wenn es viele nicht glauben, Chemie und Mathematik sind sehr realitätsnah und einfach logisch. Abgesehen davon ist besonders Mathe ein wichtiges Hauptfach in der Schule, bei dem es bei vielen hapert. Das möchte ich ändern!

Redaktion: An welchen Schulen kannst du später unterrichten?

Josephin: Ich studiere Lehramt für Allgemeinbildende Schulen und will mich auf das Gymnasium spezialisieren.

Redaktion: Was empfiehlst du jungen Leuten, die auch Lehrer werden möchten?

Josephin: Ganz wichtig: Überlegt euch genau, welche Fächerkombination ihr wählt. Gerade im Mathematikstudium werden die Vorlesungen meist mit denen der „reinen“ Mathematiker zusammengelegt und erfordern viel Vor- und Nachbereitung. Außerdem sollte man wissen, mit welchen Altersgruppen man arbeiten möchte, also ob man sich auf die Grundschule, das Gymnasium oder die Berufsschule spezialisiert.

Redaktion: Was sagst du dazu, dass viele nicht gerade gern in die Schule gehen und froh sind, wenn es vorbei ist?

Josephin: Diese Einstellung von Schülern finde ich sehr schade! Deshalb nehme ich mir als zukünftige Lehrerin auch vor, die Schüler für meine Fächer zu begeistern und ihr Interesse zu wecken, sodass sie die Stunden gern besuchen und vor allem durch ihre eigenen Erfahrungen lernen. Erst das motiviert einen doch richtig!

Redaktion: Wie fandest du die Lehrer in deiner Schulzeit? Was möchtest du besser machen?

Josephin: Ich habe mir viele Methoden, Sozialformen, Unterrichtsweisen und Übungsaufgaben abgeguckt und werde versuchen, diese später umzusetzen. Die Beispiele, die bei mir als Schüler ankamen, möchte ich übernehmen. Natürlich gab es auch Situationen, die man als Lehrer besser machen könnte. Daraus versuche ich zu lernen, um eben solche Fehler zu vermeiden. Während eines Praktikums an einem Gymnasium habe ich noch weitere interessante Unterrichtsmethoden in den Fächern Chemie und Mathe kennen gelernt. Ich brenne schon darauf, sie später auszuprobieren!