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Duales Studium als Zukunftsweg?

Rund um's Studium

Mit dem dualen Studium bieten die Unternehmen den Abiturientinnen und Abiturienten eine vorteilhafte Alternative zum Eintritt ins althergebrachten Berufsleben. Ausbildung und Studium sind vorteilhaft miteinander kombiniert. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die schon im Unternehmen beschäftigt sind, können auf diese Weise ohne die üblichen Studienzugangsberechtigungen ein Studium belegen. Auch neben einer selbständigen Tätigkeit ist das duale Studium möglich.

Die Chance gegen Fachkräftemangel

Statistisch gesehen geht das Potential an Auszubildenden bis zum Jahre 2025 um 21 Prozent zurück. Das Angebot von Arbeitskräften fällt bis zum gleichen Zeitpunkt um 15 Prozent. Deshalb werden sich zahlreiche Arbeitgeber und Arbeitnehmer immer mehr bewusst, welche Chancen und Karrieremöglichkeiten ihnen das duale Studium bietet. Gleichzeitig ist es wichtig, den Bewerberinnen und Bewerbern ihre Möglichkeiten zu zeigen. Viele kennen diese nämlich gar nicht. Dabei ist es für die Unternehmen die Möglichkeit, kluge Köpfe zu sichern.

Vorteile des dualen Studiums gegenüber der Ausbildung

2012 wurden über 64000 duale Studienplätze angeboten, wie die Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung zeigen. Diese Anzahl übertraf das Angebot des Vorjahres um 7,5 Prozent. Dabei waren die Wirtschaftswissenschaften mit 43,2 Prozent Spitzenreiter, gefolgt von den Ingenieurswissenschaften mit 40,9 Prozent. Nach Angaben der Hochschulrektorenkonferenz gibt es drei Modelle dualer Studiengänge.

Ausbildungsintegrierend:

Die Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf wird parallel zum Studium absolviert. Somit erreichen die Absolventen mit dem Hochschul- und Berufsabschluss zwei Abschlüsse. Dadurch wird die Ausbildungszeit maximal genutzt und die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind gut. Der Ausbildungsbetrieb kann zudem den Auszubildenden übernehmen und hat eine Fachkraft aus dem eigenen Hause.

Praxisintegrierend:

Hier schließen die Studenten mit den Unternehmen Volontariats- oder Praktikumsverträge ab. Diese sorgen für lange Praxisphasen und gehen weit über die normale Praktikumszeit im Studium hinaus.

Berufsintegrierend:

Hier wird das Studium mit der beruflichen Tätigkeit verbunden, die von den Inhalten her mit dem Studium verknüpft ist. Diese Art des dualen Studiums ist besonders für Menschen geeignet, die im Beruf stehen oder keine Hochschulzugangsberechtigung besitzen. So kann das Unternehmen vertrauensvolle und leistungsfähige Mitarbeiter zu wertvollen Fachkräften entwickeln.

Die eigenen Möglichkeiten real einschätzen

Wird das duale Studium in Betracht gezogen, sollten vom potentiellen Anwärter die eigenen Möglichkeiten real betrachtet werden. Werde ich auf lange Sicht die Mehrbelastung tragen können? Ist mir meine Karriere den erhöhten Zeitaufwand wirklich wert? Die reine Ausbildung bringt ebenfalls einen hohen Qualifikationsgrad bei weniger Belastung, zum Beispiel in der Tourismusbranche. Je nach der gewählten Vertiefung im Studium wird erlernt, touristische Produkte zu einem Paket zu bündeln und für einen einwandfreien Ablauf der Reiseangebote zu sorgen. Marktanalysen werden aufgestellt, Reiseangebote geplant und ein Qualitätsmanagement durchgeführt. Aber ist der Stress wirklich richtig? Wäre es nicht besser, erst die Ausbildung abzuschließen und dann berufsbegleitend zu studieren, wenn die Arbeitsabläufe gut bekannt sind?

Ein duales Studium eröffnet für Arbeitgeber und Arbeitnehmer große Chancen. Jedoch sollte immer bedacht werden, ob Beruf oder Ausbildung mit dem Studium wirklich gewinnbringend verbunden werden können. Bei einer zu großen Überbelastung ist auf die Dauer kein Vorteil zu erwarten.

Quellen:

 

Bildquelle: shutterstock.com - Robert Kneschke // Bildnummer: 133805699