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Die Zukunft im Netz

Reportagen

Wenn von Fischfang die Rede ist, denkst du im ersten Moment an Sturm, Kälte und die raue See. Fischwirt ist einer der ältesten und doch begehrtesten Berufe weltweit.

Hannes Priebe hat ihn sich erfüllt, den Traum, als Fischwirt sein Geld zu verdienen. Er ist Auszubildender des Teichguts Peitz. Nach erfolgreicher Zwischenprüfung steht ihm nun das dritte und letzte Lehrjahr bevor.

„Ich habe schon in der neunten Klasse ein Praktikum in Peitz gemacht. Dabei ist mir sehr schnell klar geworden, dass ich nichts anderes mehr machen will", erzählt der 18-Jährige. Doch am meisten freut sich Hannes auf das Abfischen im Herbst. Um die Fische besser an Land zu bekommen, wird dabei das Wasser aus den Teichen gelassen. Und dann werden die Fische mit einem Netz gefangen.

„Wir müssen in unserem Beruf ordentlich auf Zack sein", erzählt er. „Lange im Bett liegen - so etwas gibt es bei uns nicht. Schließlich fangen wir schon morgens um 6 Uhr an zu arbeiten", berichtet Hannes aus seinem Arbeitsalltag. Der Lohn dafür: „Ein wunderschöner Sonnenaufgang, den wir im Sommer fast jeden Morgen sehen können", schwärmt der 18-Jährige. Wer denkt, dass Hannes den Fisch nicht mehr sehen kann, der liegt falsch. „Obwohl ich jeden Tag Fische in der Hand habe, sie füttere und aus dem Teich hole, esse ich sie immer noch gern. Es gibt fast nichts besseres".

Doch die Ausbildung zum Fischwirt bedeutet längst nicht, nur mit der Angel oder dem Eimer voll Futter an den Seen unterwegs zu sein. Auch allgemeine kaufmännische Aufgaben gehören dazu. „Das Futter, das wir brauchen, muss ganz genau berechnet werden. Schließlich müssen wir es ja in ausreichenden Mengen einkaufen", erklärt der 18- Jährige. Fischwirt ist längst kein Beruf armer oder perspektivloser Leute mehr. Hannes hat schon jetzt Zukunftspläne: „Ich möchte nach meiner Ausbildung unbedingt bei diesem Beruf bleiben, mich aber dennoch weiterbilden". Nach seiner Lehre stehen zwei Möglichkeiten zur Debatte: Entweder eine Weiterbildung als Fischwirtschaftsmeister, oder ein Studium zum Fischingenieur. Hannes hat Glück. Auch wenn er sich nach seiner Ausbildung so hoch qualifiziert, wird er gebraucht. "Gerade bei uns in Peitz brauchen wir qualifizierte Führungskräfte. Die Heimat zu verlassen, steht für den 18-Jährigen nicht zur Frage, denn aus Liebe zur Lausitz möchte er hier bleiben.

Josephine Danckwerth