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Die Zukunft der Lausitz! Kaufmann/-frau für Tourismus und Freizeit [INTERVIEW]

News rund um die Ausbildung

Abwechslung, Projekte und Events. Klingt spannend, ist es auch. Saskia und Sebastian sprachen mit 3 Auszubildenden im letzten Ausbildungsjahr am OSZ Sedlitz über ihre Ausbildung zum Kaufmann/-frau für Tourismus und Freizeit.

Wie habt ihr euch bei eurem Ausbildungsbetrieb beworben?

Susanne: Am Gymnasium hing ein Aushang aus, und dann habe ich mich direkt beworben. Der Betrieb bei mir in der Nähe und die Ausbildungsbeschreibung klang sehr gut.

Manuela : Wollte immer in die Richtung Organisation, Veranstaltungs – und  Eventmanagement. Da habe ich mir verschiedene Berufe ausgesucht, mich beworben und dann hat es geklappt.

Sarah: Bei mir war das sehr spontan. Ich wollte auch eher in die Richtung Veranstaltungen gehen, habe aber in einer Band gespielt  und bei meinem Ausbildungsbetrieb einen Auftritt gehabt und kannte daher ein paar Leute dort – so hat sich das ergeben.

Was hat in der Ausbildung am meisten Spaß gemacht?

Susanne: Der tägliche Kundenkontakt auf der Arbeit. Man lernt viele nette Menschen kennen, auch wenn es einige schwierige Typen gibt, aber da weiß man die netten Leute dann mehr zu schätzen. Man macht zwar jeden Tag irgendwie das gleiche, aber es ist immer neue Kunden und jeden Tag gibt es neue Herausforderungen, wenn mal etwas nicht so läuft wie geplant.

Manuela: Ich fand es auch spannend, wie vielseitig Projekte und Veranstaltungen sein können. Es hat sich auch so ein eigener Ehrgeiz entwickelt: Wie hat es diesmal geklappt und wie kann man es beim nächsten mal noch besser, noch toller machen? Das macht richtig viel Spaß.

Sarah: Ich bin viel selbstbewusster geworden. Ich mache täglich Führungen, das hat mir wirklich geholfen – damals, als ich mein Abi gemacht habe, war ich in der mündlichen Prüfung so aufgeregt. Jetzt stehe ich täglich mehrmals vor vielen Leuten,  das hätte ich mir damals noch gar nicht zugetraut.

Manuela. An der Berufsschule hat mir gefallen, dass man hier wirklich was lernt. Hier wird viel Wert daraufgelegt, dass wir wirklich vorankommen.

Susanne: Stimmt, ich habe auch von vielen OSZs anderes gehört. Da war der Unterricht dann aber auch nicht so anspruchsvoll.  Das OSZ Sedlitz ist definitiv ein sehr guter Partner für die duale Ausbildung im Bereich Tourismus.

Gab es irgendwelche Probleme, wegen denen ihr an eurer Ausbildung gezweifelt habt?

Manuela: Ich bin aus Sachsen gekommen, im zweiten Lehrjahr. Der Sprung war schwierig, da die Ausbildungsinhalte ein bisschen unterschiedlich sind. Ich kann auch nur empfehlen, direkt ab dem ersten Lehrjahr hier nach Sedlitz zu kommen und drei Jahre in der gleichen Klasse zu verbringen.

Sarah: Der Rahmenplan ist ja vorgeschrieben. Wir haben jetzt festgestellt, dass dort auch Sachen drankommen könnten, die wir nicht so ausführlich behandelt haben hier. Das ist vielleicht ein bisschen problematisch.

Manuela: Das liegt aber einfach am Beruf, der ist so vielfältig. Das kann man alles gar nicht so ausführlich in drei Lehrjahren in der Schule vermitteln.

Susanne: Außerdem ist der Beruf noch relativ neu, vorher gab es ja die Reiseverkehrskauffrau. Da stecken wir noch mitten in der Übergangsphase.

Wie bewertet ihr den Praxisbezug am OSZ?

Manuela: Es ist eher umgedreht – was ich im Unternehmen zeitig lernen musste, konnte ich hier dann vertiefen am OSZ.

Susanne: Aber es gab schon eine gute Zusammenarbeit im dualen System, das ist eine gute Sache.

Sarah: Bei mir auch.

Wie sieht es mit eurer Freizeit aus?

Manuela: Gibt’s nicht!

Sarah: In der Hauptsaison geht man an 6 von 7 Tagen arbeiten, immer am Wochenende und oft Überstunden bei Veranstaltungen. In der Nebensaison bekommt man dann seinen Freizeitausgleich und hat so auch viele Tage am Stück frei.

Wie groß ist die Umstellung von der Schule zum Unternehmen?

Manuela: Ich arbeite da wo andere Urlaub machen. Das macht mir so viel Spaß, da war die Umstellung gar nicht schwer. Ich wohne dort sehr gut, ich habe auch Möglichkeiten in der Pause mal ins Freibad zu gehen. Habe einfach einen tollen Job erwischt, das erleichtert den Weg ins Berufsleben. Klar, Hauptsaison ist hart, aber im Winter kann man auch mal 2 Wochen in den Urlaub fahren.

Sarah: Stimmt – im Winter bummeln wir Überstunden ab, da war ich fast einen ganzen Monat lang zuhause. Man gewöhnt sich einfach an die Umstellung, strukturiert sein Leben und seinen Alltag neu.

Wie sehen die Zukunftschancen aus?

Susanne: Tourismus ist hier super wichtig im Spreewald und in der Lausitz. Tourismus ist ein wachsender Wirtschaftszweig.

Manuela: Ich werde direkt übernommen für gewisse Zeit. Wenn man offen ist für viele verschiedene touristische Betriebe – Hotel, Kreuzfahrtschiff, Touristinfo, Wintergebiet – findet man immer etwas! Nicht nur hier in der Region, aber auch hier ist sehr viele zu finden.

Sarah: Ich studiere ab Oktober dual zusammen mit der F60 Sport- und Eventmanagement mit der Uni in Riesa. Also auch da bieten sich viele Perspektiven!

Was sollten die Schüler mitbringen?

Susanne: Man braucht keine Vorkenntnisse, man muss einfach offen sein, selbstbewusst und auf Menschen zugehen können. Mit schwierigen Kunden muss man umgehen können und einfach bestimmt und freundlich bleiben.

Manuela: Eigeninitiative und Selbstverantwortung sind sehr wichtig. Auch Kreativität ist gefragt! Egal, ob man sich selbst ein Programm ausdenkt oder den Kunden etwas vorschlägt. Auch in der Berufsschule ist Kreativität gefragt. Man muss mit offenen Ohren und Augen durch die Welt gehen – mit welchen Interessen kommen die Gäste im nächsten Jahr zu uns? Was sind die neuen Trends? Worauf muss ich mich einstellen?

Was sind die typischen Arbeitsorte in diesem Beruf?

Susanne: Wir arbeiten eigentlich immer am selben Ort, direkt im Spreeweltenbahnhof. Haben aber ein breites Portfolio – Fahrradverleih, teilweise in Touristinformation, Pension für die wir Resevierungen vornehmen usw.

Manuela: Im Büro und draußen. Wir haben auch Unterkünfte für Familien und Vereine, arbeiten Programme aus, wenn Schulklassen zu uns kommen. Die Programmdurchführung, da ist man dann auch draußen unterwegs.

Sarah: Ich bin viel an der frischen Luft, im Winter hauptsächlich im Büro. Da helfen wir bei der Buchhaltung oder Planung von Veranstaltungen. Im Sommer werden Veranstaltungen vorbereitet, Führungen durchgeführt – da ist die Arbeit sehr abwechslungsreich.

Welchen Tipp gebt ihr interessierten Schülern?

Manuela: Du solltest dich gut über den Betrieb informieren, vorher! Die Branche ist so abwechslungsreich und unterschiedlich. Azubis im Belantis haben ganz andere Aufgaben als im Schullandheim zum Beispiel. Das kann man vorher nicht pauschal sagen. Das sollte man vorher herausfinden und schauen, ob das zu einem persönlich passt. Probearbeiten gehen!

Susanne: Hauptaugenmerk liegt bei uns auf Fahrkartenverkauf, obwohl das nicht so viel mit dem Beruf zu tun hat. Das muss man mögen, da muss man sich vorher informieren. Wir müssen in diesem Beruf sehr vielseitige Fähigkeiten erlernen.

Sarah: Praktikum ist sehr gut und wichtig.