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Das Casting

Bewerbungsverfahren

Mir brummt der Schädel!

„Viel Glück!", „Du schaffst das schon!" und „Toi toi toi!". Wenn man schon früh am Morgen so viel moralische Unterstützung braucht, kann das kein besonders schöner Tag werden. Es sollte auch keiner werden, denn ein Assessment-Center wartete auf mich! Ich stiefelte also los, mein Kopf war voll mit vorteilhaften Formulierungen über mich, Gott und die Welt, voll mit Tipps von Mutti, Vati, Oma, Opa, den Freunden und eben allen die es gut mit einem meinen. Kurz gesagt: Mir brummte total der Schädel! Motto des Tages war dementsprechend: Augen zu und durch!Mir brummt der Schädel!

Angekommen, mussten sich alle Bewerber erst mal in einem Raum sammeln, das war leicht, da konnte ich nicht viel falsch machen! Mit einem Namensschildchen ausgestattet ging’s anschließend in die Höhle des Löwen, in der vier nette Damen auf uns warteten. Nach einer kurzen Begrüßung die erste Aufgabe: Selbstpräsentation! War eigentlich klar, dass so was kommt aber irgendwie hatte ich gehofft, das umgehen zu können. Wie formuliere ich nun am besten, dass ich die Richtige für das Studium bin und mein größtes Hobby Handball ist? Letzteres sollte laut Aufgabenstellung nämlich so enthusiastisch beschrieben werden, dass meine zukünftigen Vorgesetzten gleich morgen mit mir in einer Mannschaft spielen! Ich kramte in meinem Kopf nach den ganzen Floskeln die mich freundlich aber gleichzeitig auch bestimmt und nicht überheblich rüber kommen lassen. Und dann ging’s auch schon los, einer nach dem anderen erzählte von sich und bei jedem hätte man denken können Supermann höchstpersönlich stellt sich gerade vor. Plötzlich war ich dran. Ich stand auf und redete einfach drauf los und dann waren die drei Minuten Präsentationszeit auch schon wieder rum. Was ich genau gesagt habe, wusste ich schon beim Hinsetzen nicht mehr.
Die nächste Aufgabe war es, einen Geschäftsbrief zu schreiben. Oh Gott! Auf meine Rechtschreibung und Kommasetzung war ich noch nie besonders stolz! Da mir ja nichts anderes übrig blieb, als irgendetwas auf das leere Papier vor mir zu schreiben fing ich erst mal an. Ich schrieb und schrieb bis die angesetzten 45 Minuten um waren. Jetzt hatte ich es hier schon über eine Stunde ausgehalten und so schlimm war es bis jetzt gar nicht gewesen.
Die dritte Aufgabe die sie für uns bereit hielten, war eine Gruppenaufgabe. Wir sollten eine Anzeige für einen Ausbildungsplatz gestalten. Man führte uns in einen Seminarraum und stellte Texte und Bilder, Kleber und Stifte zur Verfügung. Nach langem überlegen ob wir wohl in diesem Raum gefilmt und bei unserer Arbeit beobachtet werden (so wie bei Big Brother), begannen wir dann endlich mit der Arbeit. Viel Zeit blieb uns nicht mehr und das Resultat vorstellen wollte eigentlich auch keiner so richtig. Letztendlich übernahm jeder einen Part - und die Anzeige punktete bei der Jury! Prima!
Und dann ging’s auch schon in die finale Runde. Ein Wissenstest, dank dem ich nie wieder vergessen werde, dass Kafka nicht hauptberuflich Schriftsteller war, sondern bei einer Versicherung arbeitete. Ansonsten waren die Fragen bunt gemischt von Mathe über logisches Denken bis hin zur Rechtschreibung. Während des Tests wurde jeder einzeln noch einmal zum Vorstellungsgespräch mit der Personalchefin geholt. Dieses Gespräch verlief allerdings ähnlich wie die Selbstpräsentation am Anfang. Und dann war es geschafft! Endlich!
Im Nachhinein muss ich sagen: es war vielleicht nicht der schönste Tag meines Lebens – aber der schlimmste, war es noch lange nicht.

Ariane Hadlak

Am Ende allein durchstehen!

Wenn es um meine Erfahrungen bezüglich meiner Einladung zur Teilnahme an einem Assessment-Center-Tag geht, sind diese vergleichbar mit denen eines jeden anderen der noch nie zuvor bei einem Vorstellungsgespräch war. Ich war aufgeregt, neugierig und schüchtern. Doch mit dem Begriff Assessment-Center konnte ich vorher gar nichts anfangen. Um mich vorzubereiten schaute ich wie viele im Internet nach dem genauen Berufsbild, Tipps und Hinweisen zu Vorstellungsgesprächen und Bewerbertests und fragte meine Freunde die schon ähnliches vor mir durchgemacht hatten. Doch am Ende muss man so was alleine durchstehen. Vor allem wenn man so was, wie ich, zum ersten Mal erlebt. Es war schon etwas anders als ich es erwartet hatte. Ich war mit Aufgaben konfrontiert, die mir merkwürdig vorkamen. Andere wiederum erweckten in mir den Eindruck, als könne ich diese gut lösen. Aber was mir am meisten half, um meine Schüchternheit zu überwinden, war die Feststellung: Wenn man zu so etwas eingeladen wird, ist man ja schon so gut wie am Ziel. Es wird schon einen Grund geben, warum dich die Leute aus der Personalabteilung zu so einem Tag haben wollten.

Stephan Meyer

Die Besten der Besten

Da es meine erste Bewerbung war, kann ich gar keinen Vergleich zu anderen ziehen. Ich finde aber, dass schon allein die Idee ein Assessment Center zu veranstalten super ist. Die Jury gibt damit dem Bewerber die Chance, sich einen ganzen Tag lang vorzustellen. Die vielfältigen Aufgaben zeigen dann ganz genau, wo seine Stärken und Schwächen liegen. So findet man im Nachhinein für den Azubi den bestmöglichen Platz im Unternehmen. Schon im Assesment Center hab ich gemerkt, dass hier nur die Besten der Besten gesucht werden. Woran? Die Aufgaben waren mit Sicherheit nicht anspruchslos, aber auch so gestaltet, dass man Kreativität und Kundenumgang zeigen konnte.
Ich war nach dem Tag durchweg positiv überrascht und mehr als glücklich, als ich danach noch zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch eingeladen wurde. So wurde den Anwärtern auch noch die Chance gegeben, ihre persönliche Seite zu zeigen, denn das AC lief ja doch zum großen Teil in der Gruppe ab.

Julia Sergon

Nerven aus Drahtseilen!

Assessment Center – diese Herausforderung erwartete mich, nachdem ich die erste Hürde des Bewerbungsverfahrens genommen hatte. Hochtrabender Begriff – einfache Erklärung: Mithilfe verschiedener Aufgaben und Tests prüft die Firma Bewerber auf Herz und Nieren. So wurde schließlich auch ich gründlich auf meine Tauglichkeit fürs Unternehmen getestet. Da ich bereits an anderer Stelle an so einem „Beurteilungszentrum" teilgenommen hatte, wusste ich, was mich in etwa erwarten würde. Und wie soll es anders sein: Zu Beginn stand die obligatorische Vorstellungsrunde an. Doch dieses mal in nur drei Minuten! Wie soll denn das gehen? Aufs äußerste verkürzt hab’ ich’s dann doch geschafft, die wichtigsten Dinge von mir zu erzählen. So konnte es danach gleich ernst werden: Die nächste Aufgabe wartete schon: Die Beantwortung einer Kundenbeschwerde, handschriftlich in Briefform! Und das im Zeitalter des Computers! Oh Gott! Der erste Angstschweiß stand schon auf der Stirn, denn der letzte geschriebene Brief lag schon viele Jahre zurück... Danach endlich Pause - Zeit zum verschnaufen.

Im Berufsalltag muss jeder ein Teamplayer sein. Ob ich das bin? Hmm, der nächste Test sollte es zeigen. Die Herausforderung: Sechs Menschen, die sich nicht kennen, sollen gemeinschaftlich ein Plakat erarbeiten, natürlich wieder in sehr knapp bemessener Zeit. Nach anfänglichem Schweigen und einem verhaltenen Brainstorming – niemand wollte den anderen übergehen – kam dann endlich Schwung in die Sache und unser Plakat nahm langsam aber sicher Gestalt an, und zwar eine sehr gute! Auch die Vorstellung unserer Ideen vor der „Jury" lief bestens. So weit so gut. Doch von Freude und Erleichterung keine Spur – wir alle zitterten vor dem, was noch kommen sollte: Der Einstellungstest. Und der hatte es in sich. Das von allen gefürchtete Fach Mathe machte gefühlte 70% der Aufgaben aus und musste ohne (!) Taschenrechner bewältigt werden. Ein schier unlösbares Unterfangen. Und nebenbei auch noch raus aus den Gedanken, rein in Einzelgespräche mit der Personalleitung. Mehr Aufregung und Anspannung geht nicht!
Nach nervenaufreibenden zwei Stunden rauchte mir so was von der Kopf, aber es war geschafft! Trotz den vielen Aufgaben und jeder Menge anstrengender Tests war der Tag echt toll – und ich wieder um eine Erfahrung reicher!

Sandra Walther

Kein Konkurrenzdenken

Es war mein erstes Assessment-Center (AC) überhaupt und ich war dementsprechend ein wenig nervös. Zunächst wurden alle Teilnehmer in einem separaten Raum zum Warten gebracht. Doch ich glaube, wir waren nicht einmal zwei Minuten zusammen und schon plapperten wir ganz locker miteinander. Die ganze Aufregung war wie weggeblasen und der Druck fiel etwas ab.
Als dann das eigentliche AC begann, fiel es mir umso leichter in der Gruppe zu sprechen. Zunächst sollten wir uns kurz vorstellen und die Zuhörer von uns überzeugen. Anschließend mussten wir uns mit einem Beschwerdebrief befassen und danach eine Werbeanzeige entwerfen. Die Abschlussaufgabe war schließlich der Wissenstest. Zum Glück gingen mir die Aufgaben, dank der tollen und kollegialen Stimmung in der Gruppe, relativ leicht von der Hand. Ich hatte nie den Eindruck, dass ein Konkurrenzdenken zwischen den Bewerbern aufkam. Wir halfen uns gegenseitig durch das AC. Eine Erfahrung die ich nicht missen möchte.

Steven Micksch

Immer ruh dich auf unseren Lorbeeren aus!

Es war eine sehr neue und ungewöhnliche Art des Bewerbungssystems: Sieben Personen auf einmal, wie soll das denn funktionieren? Drei Leute saßen wie die Jury bei Popstars vor der Fensterfront eines riesigen Raumes und wir Bewerber im Halbkreis mit Stuhl und Tisch drumherum. Auf unseren Plätzen lagen Mappen mit einem Block, einem Kuli, einem Tütchen Gummibärchen und einem Namensschild zum anklippen.

Die erste Aufgabe: „Stellen Sie sich anhand des Leitfadens mithilfe der gegebenen Fragen vor." Und das in drei Minuten. Jeder weiß, wie lang eine Minute sein kann und dann auch noch drei! Wie gesagt, in der ersten Frage mussten wir ein bisschen über uns selbst erzählen, wer wir sind, was wir gemacht haben, Hobbys etc... Dann ging es weiter mit der Frage, warum wir uns als Mediengestalter beworben haben. Mein erster Gedanke: „Weil ich 2 1/2 Jahre bei meinem Exfreund in der Werbeagentur mitgearbeitet habe, Grafikprogramme und das Erstellen von Flyern, Bannern usw. mein 2. Name ist seit ich mit der Grundschule fertig war. Das konnte ich natürlich so nicht bringen und musste mir eine brave Antwort aus dem Kreuz leiern, die die Damen als überzeugend ansehen. Die dritte Frage bzw. eher Aufgabe war eines unserer Hobbies näher vorzustellen und den Damen das so schmackhaft zu machen, dass sie gleich morgen damit anfangen wollen. Okay, da war wieder Entscheidungskraft angesagt und ich musste mich zwischen so vielem entscheiden: Trainer, selbst schwimmen, Akkordeon spielen, gestalten... Und schlussendlich habe ich mich dann für die Musik entschieden und hab so aus dem Nähkästchen geplaudert, dass ich die drei Minuten sogar fast überschritten hatte - ich hätte natürlich noch viel mehr erzählen können. Obwohl ich so aufgeregt war ging es doch schneller über die Bühne als ich dachte. Nach und nach stellte sich nun jeder vor und so dachte ich mir bei zwei Leuten, die im Endeffekt nicht genommen wurden, oh my gosh, lass dein ähm ähm ähm und rede Hochdeutsch ^^" Denn Worte wie "och" kann man bei so einem Gespräch nicht bringen. Ein Mädel war total ruhig und schüchtern und wollte nicht wirklich viel sagen. Eine war sogar aus München angereist! Lohnt sich das, für eine Ausbildung extra so weit zu kommen? Ich selbst wurde von da unten abgelehnt und die Bayern meinten, dass es sich für eine Ausbildung oder Praktikum nicht lohnen würde.

Nach dem Vorstellen, kam dann die Gruppenaufgabe und wir sollten ein Plakat zum Thema Ausbildung zusammenbasteln. Teamarbeit war gefragt und wir alle hatten sofort gesehen, dass das kleine graue Mäuschen, von dem ich erst schon sprach, wirklich nicht sehr selbstbewusst war. Eingebracht hat sie sich leider nicht wirklich. Gut, es war auch schwierig, da sieben Leute an einem A3 Plakat herumfriemeln mussten. Aber gar nix sagen und immer nur nicken ist ja auch nicht das Gelbe vom Ei. Das Mädel aus München war extrem enthusiastisch. Wir aber auch und jeder wollte seine Idee verwirklichen. Und plötzlich gab’s Krieg auf dem Tisch. Aber ich habe mich damit abgefunden, als schlussendlich die Bildunterschrift von Marco anstelle von meiner genommen wurde. Für das Teil hatten wir 15 oder 20 Minuten Zeit und dann mussten wir das auch noch vorstellen. Und schon drängten sich wieder Fragen auf: Wer stellt das vor? Was sagen wir? Warum haben wir das so gemacht? Mein Gedanke auf die letzte Frage: "Weil’s gut aussieht und so gepasst hat."

Miss Munich hat den Job dann übernommen und erzählt und erzählt. Wir standen nur daneben und kamen uns unglaublich blöd vor, weil wir uns alle nicht getraut hatten, das vorzustellen und auch nicht wirklich was dazu gesagt haben. Kam das nun schlecht an bei der "Jury"?
Nach der Vorstellung kam dann der Hammer! *Schluck* Die Jury wollte auf einmal wissen wie sich jeder einzelne eingebracht hatte. Marco musste das graue Mäuschen einschätzen, ich ihn, Sandra irgendeinen anderen usw. Jeder wollte natürlich nett sein und den anderen nicht in die Pfanne hauen - aber Ehrlichkeit währt doch am Längsten. Also war jeder erst ganz schön geschockt und musste sich deshalb gut überlegen, was er sagt und vor allem wie er es sagt (denn der Ton macht die Musik).
Ach genau, vor der Gruppenaufgabe mussten wir noch ein Antwortschreiben an einen verärgerten Kunden schreiben, was für mich kein Problem war, weil ich selbst öfters Beschwerden oder Anfragen und Antworten geschrieben habe. *Easy* Klar rattert es im Kopf: Wie war das gleich mit dem Zeilenabstand? Aber gelernt ist eben gelernt.
Einen Test über allgemeine Fragen (Geschichte, Politik etc.), Mathe, Logik usw. gab es auch. Boahr voll der Horror! Mathe! Und ich nicht gerade nen Spezi! Und dann auch noch ohne Taschenrechner (meinen besten Freund). Naja dann habe ich halt alles schriftlich gerechnet. Und wie nicht anders zu erwarten: Nicht alles geschafft. Das hat mich echt richtig geärgert. Aber andererseits waren es nur die Matheaufgaben und ich wollte gar nicht wissen, wie miserabel ich da war. Aber anscheinend ja gar nicht so schlecht, da mir die Personalleiterin in einem späteren Gespräch gesagt hat, dass das Ergebnis sehr gut war. Da war ich dann schon mal beruhigt. Vor allem wurden wir während des Testes auch noch raus zum persönlichen Gespräch mit den anderen Jurymitgliedern gerufen. Das war doch pure Druckmache! Aber keine Sorge: Das Gespräch lief gut, ich war nicht aufgeregt. Eine komische Frage weiß ich noch ganz genau. "Beschreiben Sie uns doch mal Ihren Tagesablauf!" Nach fünf oder zehn Minuten war das überstanden. Ab da an hieß es: Warten auf ihre Entscheidung.

Anja Bergmann

Mitstreiter statt Konkurrenten

Da ich zuvor noch nie an einem solchen Auswahlverfahren teilgenommen habe, hatte ich zu Beginn arge Bedenken, ob ich mich auch ausreichend informiert hatte, sowohl über die Firma als auch über AC’s allgemein. Die anderen Teilnehmer waren vielmehr Mitstreiter für mich, als Konkurrenten und genau deshalb haben mir die Teamaufgaben am meisten Spaß gemacht. Das einzig Negative war der allgemeine Wissenstest zum Schluss, dessen Ergebnis ich lieber nicht wissen möchte...
Nachdem ich nun angenommen bin, muss ich zugeben, stell ich mir schon ab und zu die Frage, welche Kriterien sie dazu bewegt hatten, mich zunehmen. Aber ich trau mich nicht, da mal nachzufragen, denn so etwas könnte ja auch komisch kommen.

Sandra Dötsch

Die Quizshow meines Lebens

Mein AC war auch zugleich mein erstes und deshalb war ich auch äußerst gespannt was mich dort erwartet. Nach den ersten Aufgabenstellungen wurde es nie langweilig oder einseitig. Es galt immer wieder eine neue Herausforderung so gut wie möglich zu bewältigen. Für mich war es eine Mischung von Günther Jauchs "Wer wird Millionär" und alltäglichen Dingen. Im Großen und Ganzen verging die Zeit im AC sehr schnell und es war eine Herausforderung, der ich mich gern gestellt habe.

Marco Bertram