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Das Berufsschulzentrum Weißwasser stellt sich vor

Ausbildungsfinder

Über die Entwicklung des Berufsschulzentrums Weißwasser und seine persönliche Laufbahn als Lehrer und Schulleiter, sprach ich mit Gotthard Bläsche (59).

Wie lange sind Sie am BSZ Weißwasser schon als Schulleiter tätig?

Schon eine sehr lange Zeit. Bevor ich 1992 am Berufsschulzentrum angefangen habe, war ich schon zwei Jahre Direktor an der Ingenieurschule.

Wie hat sich das BSZ in Ihrer Amtszeit entwickelt, vor allem, nach dem erst kürzlich fertiggestellten Umbau?

Darauf würde wahrscheinlich erst mal jeder Direktor das Gleiche antworten – gut. Ich habe die Entwicklung von Anfang an miterlebt und würde sie zurückblickend in Fünfjahresschritte einteilen. In den ersten Jahren, 1992 bis 1995, hat sich das BSZ ganz allgemein herausgebildet. Wir haben als erstes natürlich Richtungen ausgebaut, die für die Region zu der Zeit von Nutzen waren, wie Glasindustrie, Betriebswirtschaft und Automatisierungstechnik. Auch die ersten Ernährungs- und Büroberufe gewannen an Attraktivität. In den drei Jahren stand aber auch der Ausbau der Fachschule und Fachoberschule im Mittelpunkt.

In den folgenden fünf Jahren, bis 2000, rückte, durch den technischen Fortschritt im Berufsleben, vor allem die IT-Technik in den Fokus unserer Schule. Durch den Zusammenschluss mit dem BSZ Niesky, 1997, erreichten wir, mit 1300 Schülern, vorübergehend den höchsten Schüleranteil der Region. Diese wurden von 56 Lehrern unterrichtet.

Die Jahre bis 2005 standen ganz im Zeichen der Holz-/Tischlerausbildung und des Ausbaus der IT-Berufe und des Wirtschaftsbereichs. In dieser Zeit begann auch die Planung unseres neuen Anbaus und meine Lehrerkollegen und ich bauten die Kontakte zu den Mittelschulen der Region aus. Durch die Suche nach gemeinsamen Projekten, förderten wir unsere eigene Schulkultur und gaben den Realschulabsolventen die Chance einer beruflichen Orientierung.

Im Jahr 2007 erfolgte endlich die langersehnte Grundsteinlegung des Neubaus, der bereits 2009 übergeben werden konnte. Zwar steckte hinter dem Umzug viel Arbeit und auch heute laufen noch vereinzelt Baumaßnahmen, aber wir haben so für Schüler und Lehrer kurze Wege zwischen den verschiedenen Bereichen geschaffen. So langsam kann man aber sagen, dass unsere Selbstfindung im neuen Gebäude abgeschlossen ist und sich sowohl Schüler, als auch Lehrer eingelebt haben.

Heute haben wir den Kontakt zu den Mittelschulen auf einen Umkreis von 40 km ausgeweitet. Da am 24. Februar 2010 unsere Fusionierung mit dem BSZ Boxberg beschlossen wurde, kommt es in unserer Region so zu einer starken Richtungsprägung. Beide Standorte bleiben bestehen, aber wir können unter einem Namen, dem „BSZ Weißwasser/ Boxberg“, noch mehr Ausbildungsmöglichkeiten bieten. Wir, als Schule, die schon lange Jahre die Ausbildung in Tischlerberufen und der wirtschaftlichen Richtung anbietet und Boxberg, geprägt durch Metall-und Elektrotechnik, bieten den Schülern so ein weit gefächertes Feld der beruflichen Ausrichtung.

Wie viele Schüler bzw. Lehrer sind derzeit an Ihrer Schule beschäftigt?

Im Moment sind es ungefähr 650 Schüler und 36 Lehrer, also nur noch die Hälfte von dem Stand, auf dem wir 1997 mal waren. Dadurch ist natürlich auch ein Stück weit Werbung nötig. Durch die Fusion mit Boxberg, wird unsere Schülerzahl allerdings schon allein durch diese Maßnahme wieder anwachsen.

Konnten Sie während Ihrer bisherigen Amtszeit eine Veränderung an der Einstellung der Schüler oder an Ihrem Verhalten gegenüber der Berufsschule beobachten?

Ich habe zu den jungen Leuten, also auch zu meinen Schülern, einen sehr guten Draht. Ich freue mich, dass viele von Ihnen mit sehr viel Ehrgeiz hier herkommen und Ihren neuen Lebensabschnitt direkt nach der Schule sinnvoll nutzen. Heutzutage gibt es viele Schüler, die ganz genau wissen, was sie wollen und dafür auch sehr viel Engagement und Motivation mitbringen.

Könnten Sie sich heute noch einen anderen Job vorstellen?

Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich als Direktor ein typischer Seiteneinsteiger bin. Ursprünglich war ich im Bergbau tätig, habe dann Automatisierungstechnik studiert und habe eigentlich erst 1978 den Drang verspürt, mehr für die Bildung zu machen. Nach meinem Studium der Informationstechnik, habe ich die Pädagogik-Richtung eingeschlagen. Ich wurde Lehrer an der Ingenieurschule und war sehr glücklich damit. 1990 wurde ich dann zum Schulleiter gewählt und obwohl ich eigentlich mit Leib und Seele Fachlehrer war, bin ich als solcher jetzt schon seit 20 Jahren tätig. Der Einsatz für Schule, Lehrer und berufliche Bildung erfüllt mich. Natürlich zieht es mich hin und wieder auch zu meinen Fachgebieten, mit denen ich mich auch heute noch gern beschäftige. Ich bin glücklich Schulleiter zu sein und vor allem stolz darauf, so viele Kollegen zu haben, die mit viel Einsatz und Herzblut bei der Sache sind.

Das Angebot des BSZ Weißwasser umfasst:

√ Ausbildung im dualen System

√ Berufsschulpflichterfüllung

√ Berufsvorbereitungsjahr

√ Staatliche Berufsausbildung in den Richtungen

- Wirtschaftsassistent Informationsverarbeitung

- Assistent für Informatik

- Assistent für Automatisierungs- und Computertechnik

- Sozialassistent

√ Fachoberschule in den Fachrichtungen

- Technik

- Wirtschaft und Verwaltung

√ Fachschule in den Fachrichtungen

- Technik

- Wirtschaft

√ Berufliches Gymnasium mit den Richtungen

- Technikwissenschaft

- Wirtschaftswissenschaft

- Gesundheit und Soziales