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Das berufliche Schulzentrum „Konrad Zuse“ in Hoyerswerda stellt sich vor

Ausbildungsfinder

Über seinen Werdegang zum Schuldirektor, die Entwicklung der Schule und der Schüler sprach ich mit Wolfgang Gössel (57).

Herr Gössel, wie lange sind Sie schon Direktor im beruflichen Schulzentrum?
Also in Hoyerswerda bin ich schon seit 1979. Ich bin aus der Region Freiberg hier her gekommen, weil meine Frau von hier stammt. Vorerst war ich dann Berufsschullehrer an der BBS der HO, an der hauptsächlich kaufmännische und gastronomische Berufe ausgebildet wurden. Nach der Wende hat das Lehrerkollegium, mich eingeschlossen, für ein neues berufliches Schulzentrum plädiert, welches dann auch gebaut wurde. Im Jahr 1990 habe ich mich dann als Schuldirektor beworben und den Job auch bekommen. In dem jetzigen Schulzentrum bin ich von Anfang an, also seit 1995, Schulleiter.

Was hat Sie an diesem Beruf so fasziniert, dass Sie nie etwas anderes machen wollten?
Dazu muss ich sagen, dass ich oft nicht verstehen kann, warum die Jugend so negativ gesehen wird. Ein Großteil der Schüler, die hier her kommen, wissen, wohin es gehen soll und wollen im Leben auch etwas erreichen. Um sie darauf und auf das Leben an sich vorzubereiten, leben wir ihnen, auch im Lehrerkollegium, eine vernünftige Philosophie des Miteinanders vor. Das heißt nicht, dass wir Konflikte vermeiden, aber wir zeigen ihnen wie man damit umgehen kann. Gerade, weil ich auch auf einer menschlichen Ebene mit den Schülern arbeite, komme ich sehr gut mit ihnen klar. Daneben faszinieren mich der Lebensstil der Jugendlichen, und die Veränderungen die sie und die verschiedenen Generationen durchmachen.

Sie sprachen von dem angenehmen Miteinander an der Schule. Wie viele Lehrer und Schüler treffen hier denn tagtäglich aufeinander?
Zurzeit haben wir 90 Lehrer und 1100 Schüler in 80 Klassen. Das ist schon eine Menge und fordert viel Organisation. Aber gerade weil hier so viele unterschiedliche Charaktere aufeinander treffen und man so viele junge Menschen um sich rum hat, finde ich diesen Job so toll und komme seit so vielen Jahren immer wieder gern auf Arbeit.

Aus welchem Umkreis kommen die Schüler denn zu Ihnen an das berufliche Schulzentrum?
Ich würde sagen das kann man bei ungefähr 80 Kilometern fest machen. Wir sind das einzige Berufsschulzentrum im Landkreis Bautzen, das sich auf die sozial-pflegerische Ausbildungsrichtung spezialisiert hat und für den Bereich haben wir auch ein großes Einzugsgebiet.

Wie sehen Sie die Zukunft Ihres BSZ, vor allem bezogen auf die Abwanderung vieler junger Leute?
Ich kann mich darüber eigentlich gar nicht beschweren. Mit 1100 Schülern sind wir, glaube ich, ganz gut ausgelastet. Eigentlich profitieren wir mit unserer sozial-pflegerischen Fachrichtung sogar vom demografischen Wandel. Es ist ja kein Geheimnis, dass die älteren Menschen den größten Teil unserer Bevölkerung ausmachen. Darum wird es im nächsten Jahr auch die Ausbildung zum Altenpfleger/ zur Altenpflegerin bei uns geben, weil dieser Beruf nun mal gebraucht wird.

Wenn es jetzt interessierte Schüler gibt, die sich gern mal in Ihrer Schule umsehen würden, gibt es dafür einen „Tag der offenen Tür“?
Den Tag der offenen Tür machen wir immer Mitte März. Aber im letzten Jahr haben wir zusätzlich noch etwas ganz Neues probiert, was den Schülern noch mehr Einblick verschafft hat. Wir haben einen Schnuppertag für Schüler der 9. und 10. Klassen organisiert. Die Schüler erhielten im Vorfeld einen Flyer mit Angeboten, die an diesem Tag zur Verfügung standen und konnten sich für zwei Themen eintragen. Wir haben die Gruppen ausgehend von den Wünschen eingeteilt und die Schüler konnten den gesamten Schnuppertag für ihr Interessengebiet nutzen. So haben sie viel mehr mitnehmen können, als beim Vorbeigehen an einem Infostand. Die Resonanz war so gut, dass wir das auf jeden Fall weiter machen werden.