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Cottbus Crayfish

Reportagen

In den USA für viele Menschen schon fast eine eigene Religion, in Deutschland wohl dazu verdammt, ein Schattendasein zu fristen. Die Rede ist natürlich von dem „brutalen“ Kontaktsport „American Football“. Auch hierzulande findet man Hartgesottene, die diesen Sport aktiv betreiben. Und an einem sonnigen Tag gibt es kaum etwas Spannenderes, als draußen an der frischen Luft zu sein und mal dem Football-Verein „Cottbus Crayfish“ bei einer Trainingssession auf den Zahn zu fühlen. PLANBAR hat bei ein paar Spielern nachgehakt.

Die Entscheidung liegt auf dem Platz

Bevor die Spieler auf dem Platz sind und das Training beginnt, haben wir noch ein bisschen Zeit, also lasst mich euch ein wenig auf den amerikanischen Volkssport einstimmen.
Wie läuft ein Spiel denn überhaupt ab? Elf Spieler auf jeder Seite, ein Lederball in der  Mitte und zwei Tore auf jeder Seite. Auf dem Papier scheint eindeutig, um welche Sportart es sich handelt. Die Parallelen zum hier allseits beliebten (europäischen) Fußball sind ziemlich eindeutig. Doch genauso groß sind auch die Unterschiede. Hier erst mal ein kleiner Einblick, was überhaupt Football ist.

Einer der größten Unterschiede, neben der Form des Spielgerätes (also des Balles), ist wohl die Unterteilung in „Offense“ und „Defense“. Einfach ausgedrückt, eine Seite möchte um jeden Preis den Ball in die Endzone, also die letzten 10 Yards des Spielfeldes bekommen. Die andere Seite möchte dies aber mindestens genauso energisch verhindern. Die Endzone zu erreichen ist ein hartes Stück Arbeit, weshalb man das in einem Stück so gut wie gar nicht erreichen kann. Aus diesem Grund muss die Offensive es schaffen, in vier Versuchen zehn Yards zu überbrücken, um der Endzone näher zu kommen. Wenn es gelingt, geht es ab der Stelle weiter, wenn nicht, dann wechseln sich die Fronten und es geht in die andere Richtung. Der „Touchdown“ ist das Erreichen der Endzone mit dem Ball und der krönende Abschluss eines oder mehrerer erfolgreicher Spielzüge.

Football ist alles andere als zimperlich, aber das muss Sport ja auch nicht sein, um wirklich Spaß zu machen. Football bietet alles, was Teamsport auszeichnet. Langsam füllt sich auch der Trainingsplatz. Ziehen wir uns mal den ersten Kandidaten zur Seite und finden etwas mehr über ihn und seinen Lieblingssport heraus.

Für den ausgebildeten Gesundheits- und Krankenpfleger Steve (26) ist vor allem genau diese Teamarbeit wichtig. Die Arbeit mit der Mannschaft bereitet ihm so viel Freude, dass die Mannschaft schon wie eine zweite Familie für ihn ist. Gerade wer sich für Ballsport interessiert, findet in Football die perfekte, vielleicht sogar die bessere Alternative, da Koordination eine noch größere Rolle spielt.  Dass es auch beim Football mal die eine oder andere Verletzung gibt, sollte jedem klar sein. Auf die Frage, ob der Sport auch hilfreich sein kann: „Auf jeden Fall hilft mir meine Arbeit beim Hobby. Ich kann sofort agieren, wenn jemand verletzt ist. Und ich kann Kranke dann ins Krankenhaus vermitteln.“ Wer also der Meinung ist, der Sport steht der Arbeit nur im Weg, sollte doch über die folgenden Worte mal nachdenken: „Es ist einfach ein verdammt gutes Gefühl, mit 30 Leuten auf dem Platz zu stehen, und es ist ein super Ausgleich zur Arbeit.“

Unser Zweiter im Bunde, der ausgebildete Automobilkaufmann Benjamin (23), teilt diese Meinung. Nach der Überwindung, sich noch einmal nach der Arbeit aufzuraffen, ist er jedes Mal froh, beim Training teilgenommen zu haben. Seiner Meinung nach bietet Football für jeden etwas. „Das Gute ist: Egal wie groß oder klein, dünn oder dick man ist, wir finden für jeden einen Platz. Jeder kann seine Stärken hier ausleben.“

Das Training selbst gab schon mal einen sehr guten Eindruck, was einen beim Spiel selbst erwartet. Nach dem Erwärmen heißt es erst einmal Gruppenarbeit. Die findet auf dem Platz statt, an verschiedenen Stationen, der Rest schaut in die Röhre, nämlich beim Auswerten des letzten Spiels.
Auf dem Platz kann man die Anstrengung förmlich aus der Luft greifen. In insgesamt vier Gruppen wurden Ausdauer, Kraft und schnelle Bewegungen trainiert. Es gibt wohl keinen Muskel, der dabei nicht abgerufen wird.

Wer ein wenig mitfiebern möchte, schaut auf den Spielplan oder einfach mal beim Team vorbei. Na dann: Sport frei!