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Chefs gesucht: Schüler werden zu Unternehmensgründern

How To

Wer hat nicht schon mal davon geträumt, seine eigene Geschäftsidee umzusetzen und ein Unternehmen zu gründen? Wie das funktioniert, das können sogar schon Schüler bei einem Wettbewerb um den besten Businessplan ausprobieren. PLANBAR hat sich für euch umgehört.

Für die Zukunft der Lausitzer Unternehmen sieht es nicht gerade rosig aus: Über 10.000 Firmenchefs zwischen Guben, Bad Liebenwerda und Spremberg gehen in den kommenden zehn Jahren in den Ruhestand. Oft fehlt der Geschäftsführer-Nachwuchs. Das muss sich ändern – junge Chefs braucht das Land! Denn Unternehmer sind nicht nur wichtige Arbeitgeber für die Region. Sie zahlen auch Steuern, mit denen Kindergärten, Schulen oder Straßen finanziert werden.

Unterstützung und professionelle Beratung

Seit vielen Jahren schon unterstützt die Wirtschaftsinitiative Lausitz deshalb Unternehmensgründungen. Nun sind auch Schüler gefragt, einen Businessplan zu entwerfen: „Wichtig an unserem Wettbewerb ist, dass die Jugendlichen sich Gedanken machen, wie ein Unternehmen funktioniert. Bestenfalls entstehen dabei auch Ideen, ein eigenes Unternehmen zu gründen oder ein bestehendes mal zu übernehmen“, erzählt Michael Schulz. Er ist Geschäftsführer der Wirtschaftsinitiative.  In Einzelgesprächen, Workshops und teils auch im Unterricht werden die Jugendlichen an das Thema herangeführt. Sie können Fragen stellen und bekommen professionelle Beratung.

Für den Wettbewerb im zurückliegenden Jahr hat es 14 eingesendete Businesspläne gegeben: „Da waren einerseits Firmen dabei, die im Laufe des Wettbewerbs gegründet wurden. Andererseits leiteten Jugendliche schon eine Schülerfirma und haben uns für den Wettbewerb ihr Geschäftsmodell erklärt“, berichtet Michael Schulz. Er hat sich die sechs- bis achtseitigen Businesspläne genau angeschaut: „Da ist eine sehr hohe Qualität dabei gewesen. Die Schüler konnten frei denken, mussten den Markt und die Konkurrenz beobachten und ihre Schlüsse daraus ziehen.“

Typischer Businessplan: Schüler geben Nachhilfe

Mehrere Schülerfirmen bieten zum Beispiel Nachhilfeunterricht an. Das ist aus vielerlei Gründen praktisch: Zum einen können die Schüler dafür nach dem Unterricht gleich an Ort und Stelle bleiben und umsonst die Klassenräume nutzen. Mit einem Preis von fünf Euro pro Nachhilfestunde werden die Personalkosten (für die Nachhilfelehrer) und die Kosten für Druckerpapier, Tinte und Büromaterialien gedeckt. Zum anderen können Schüler, die später mal Lehramt studieren wollen, erste Erfahrungen sammeln. Auch um den Nachwuchs müssen sich die Jungunternehmer ständig kümmern, denn jedes Jahr verlassen Abiturienten die Schule und kommen neue Schüler nach. „Da spiegelt sich das wahre Leben sehr gut wieder“, findet Michael Schulz von der Wirtschaftsinitiative.

Andere Schülerfirmen organisieren auf Weihnachtsmärkten die Produktion und den Verkauf von selbsthergestellten Produkten. Wiederum andere sehen sich als Koordinierungsstelle: Sie übernehmen Aufträge für Unternehmen aus der Region, zum Beispiel die Umstellung von Computersystemen. „Dabei lernen die Schüler die regionalen Unternehmen kennen und die Firmen können Kontakte zu ihren künftigen Azubis knüpfen.“

Die besten Businesspläne bekommen als Auszeichnung übrigens 1500 Euro für den ersten Platz und 1000 Euro für den zweiten Platz. Das Geld soll dabei helfen, die nächsten Geschäftsideen umzusetzen.