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Brandenburgischer Ausbildungspreis für Tischlerei in Spremberg

Ausbildungsfinder

Der Spremberger Tischlermeister Günter Lehnigk hat in diesem Jahr den Brandenburgischen Ausbildungspreis 2011 erhalten. Damit wurde der Betrieb im Ortsteil Weskow für seine jahrelange erfolgreiche Ausbildung des Handwerkernachwuchses geehrt.

Mehrere Generationen von angehenden Tischlern sind inzwischen beim heutigen stellvertretenden Innungs-Obermeister Günter Lehnigk in die Lehre gegangen. Insgesamt mehr als 40 junge Männer und Frauen hat der heute 64-Jährige bisher ausgebildet. „Und aus allen ist was Ordentliches geworden“, sagt der Firmenchef nicht ohne Stolz. Mehrmals haben Lehnigks Lehrlinge im Bereich der Handwerkskammer die besten Gesellenstücke eines Jahrgangs abgeliefert oder wurden als beste Lehrlinge ausgezeichnet. „Manche haben im Anschluss an die Lehre etwas studiert, andere sind im Beruf geblieben und heute anerkannte Fachleute“, verfolgt der „Meester“ den weiteren Werdegang der meisten seiner Schützlinge mit Interesse.

Das Geheimnis einer guten Lehrlingsausbildung ist für Günter Lehnigk die richtige Mischung aus „Begeisterung für die Arbeit wecken, das Selberdenken fördern und mit gewisser Konsequenz eine gute Leistung abfordern“, so seine Philosophie. „Auch wenn es den jungen Leuten anfangs hart vorkommen mag: Im Nachgang wissen sie immer zu schätzen, was sie hier alles gelernt haben“, erzählt der Tischlermeister, der mit seinem kleinen Fünf-Mann-Betrieb für Individialität und Qualität steht.

Dass das Handwerk seinen eigenen Nachwuchs und die guten Fachkräfte von morgen selbst ausbilden muss, war für Günter Lehnigk noch nie eine Frage. Um so entsetzter ist er stets, wenn er hört, wie viele Unternehmen gar keine Lehrlinge aufnehmen. Die aktuellen Zahlen dazu hatte Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) während der Preisverleihung in der vergangenen Woche in Potsdam genannt: Nur 54 Prozent aller brandenburgischen Betriebe haben eine Ausbildungsberechtigung – und nur die Hälte davon bildete im Jahr 2010 auch aus. „Betriebe dürfen sich nicht darauf verlassen, dass andere für sie die Ausbildung übernehmen. Wer gute Leute haben will, muss sie auch selbst ausbilden“, sagt der Weskower, der in den vergangenen Jahren meist jeweils zwei Lehrling unter seine Fittiche nahm.

Quelle: LR, 25.10.2011