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Click and buy – Wer managt in Zukunft den Onlinehandel?

News rund um die Ausbildung

Bequem vom Wohnzimmer aus Kleidung kaufen, Flüge buchen oder Elektrogeräte shoppen, ohne jemals die eigenen vier Wände verlassen zu müssen. Die Akzeptanz des Onlinehandels innerhalb der Bevölkerung wächst. Eine spezielle kaufmännische Ausbildung für den Electronic Commerce, wie der Onlinehandel ebenfalls bezeichnet wird, gibt es bis dato nicht? Das soll sich 2018 ändern.

Der Paketbote klingelt, wenige Tage nach dem du dein neues T-Shirt bei einem Online-Modeshop bestellt hast. Doch wer steckt hinter dem schnellen elektronischen Handel? Wie landet dein Shirt auf der Website und wie kommt es zu dir nach Hause? Woher wissen die Seitenbetreiber welche Artikel dir außerdem gefallen könnten? Onlineshops werden nach wie vor oft nebenbei von IT-Abteilungen betreut. Sie fotografieren und veröffentlichen Produktbilder oder verfassen Artikelbeschreibungen. Sie erstellen Verkaufsanalysen oder verhindern Shitstorms bei Facebook. Der eigentliche Job solcher IT-Abteilungen, das Programmieren, wird vernachlässigt. Kein Wunder also, dass Web-Kompetenzen in den letzten Jahren auf den Lehrplänen vieler kaufmännischer Ausbildungen gelandet sind. Händler die ihre Artikel aber ausschließlich online, und nicht zusätzlich über ein eigenes Ladengeschäft vertreiben, wurden benachteiligt. Sie durften keine Einzelhandelskaufleute ausbilden. Neben den Programmierern arbeiten im Onlinehandel aktuell unter anderem BWLer mit Marketingschwerpunkt, Industriekaufleute oder Kaufleute für Marketingkommunikation. Alle relevanten Themen für den Onlinehandel konnten in den bisher angebotenen Studiengängen und Ausbildungen aber nicht vermittelt werden. Kostspielige Weiterbildungen ohne abgestimmte Qualitätsanforderungen sind daher nach wie vor noch üblich. Insbesondere der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) hegt deshalb seit langem den Wunsch nach einer maßgeschneiderten und passgenaueren Ausbildung für den Onlinehandel: dem/ der Kaufmann/ -frau im E-Commerce. Ein entsprechender Antrag dafür wurde bereits letztes Jahr beim Bundeswirtschaftsministerium eingereicht. Momentan verhandeln der Handelsverband Deutschland, die Deutsche Industrie- und Handelskammer und der bevh noch über Details der Ausbildungsinhalte. Ab 1. August 2018 soll der neue Beruf in Kraft treten.

Voraussetzungen und Ausbildungsinhalte im Onlinehandel

Dabei soll es sich um eine klassische dreijährige Berufsausbildung handeln. Ein bestimmter Schulabschluss wird voraussichtlich keine Anforderung sein. Zukünftige Bewerber sollten aber auf jeden Fall computer- und onlineaffin sein, etwas für Zahlen übrig haben, sich gut ausdrücken können und aufgrund der vielen Fachbegriffe gute Englischnoten mitbringen. Die neuen Kaufleute werden später vor allem Onlineshops bewirtschaften, angefangen vom Einpflegen der Produktbilder und -informationen bis zur verkaufsfördernden Präsentation. Ein weiterer Schwerpunkt des Berufsbildes ist die Kommunikation mit dem Kunden. Instrumente der zukünftigen E-Commerce-Spezialisten sind Social Media Plattformen, Newsletter und Suchmaschinenoptimierung. Inhalt der Lehre wird, wie bei anderen kaufmännischen Berufen, auch Rechnungswesen und Controlling sein. Hierbei werden jedoch Online-Bezahlsysteme und Web-Analysetools eine wachsende Bedeutung einnehmen. Datenschutz und -sicherheit gehören ebenfalls zu den Facetten dieses vielseitigen Berufsbildes. Die Kaufleute sollen auch eine Schnittstelle zu den IT-Abteilungen sein. Spätere Arbeitsplätze finden die E-Commerce-Spezialisten nicht nur in Onlineshops des Groß- und Einzelhandels. Sie werden voraussichtlich auch bei Tourismus-, Versicherungs- und Dienstleistungsunternehmern mit Webshop oder -service gefragt sein.
Also seid gespannt auf diesen vielseitigen neuen Beruf!