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Geht Ausbildung mit einer Behinderung?

Wir stellen vor

Was gibt es für Ausbildungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung? PLANBAR war bei der „Lebenshilfe Werkstätten Hand in Hand gemeinnützige GmbH“ in Cottbus-Gallinchen zu Gast und sprach mit Frau Piduch über die beruflichen Chancen.

„Hier machen wir berufliche Bildung für Menschen mit Behinderung“

Die Werkstatt arbeitet mit ungefähr 1.000 Menschen zusammen, davon haben ca. 800 Menschen eine Behinderung, geistige aber auch schwere Lernbehinderungen. Auch jungen Menschen, die einen Förderschulabschluss haben, wird ein Einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglicht. Es werden Bildungspläne für eine dreijährige Ausbildung erstellt, die den Wert auf die praktischen Fähigkeiten der Menschen legen. Es gibt 23 verschiedene Bildungsrichtungen – von der Gärtnerei bis hin zur Druckerei. „Ziel ist es, dass auf Grundlage dieser Bildungspläne ein Mensch in einem bestimmten Teilbereich einen Abschluss bekommt, also ein Zertifikat von der IHK oder Handwerkskammer.“, sagt Frau Piduch. Damit kann man auch bei Betrieben nachweisen, was man kann. Dieser Vorgang ist allerdings noch nicht vollständig in Brandenburg möglich. Das ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.

Aufbau und Dauer

Für die berufliche Bildung sind bei Hand in Hand insgesamt ca. zwei Jahre angesetzt. In den ersten drei Monaten gibt es ein Eingangsverfahren, die Orientierungsphase. „Da wird geschaut: Was kann und möchte derjenige? Wo braucht er Unterstützung?“. Man lernt in der Zeit alle Bereiche der Werkstatt kennen. Danach geht es in die Grundqualifizierung. In der Phase erlernt man das Grundwissen für den Arbeitsbereich
und wird mit regelmäßigen Auswertungen unterstützt. Außerdem werden dreimonatige Praktika absolviert, in den verschiedenen Standorten der Lebenshilfe Werkstätten. Im zweiten Jahr, der Schwerpunktqualifizierung, festigt man sein Wissen und lernt neue
Dinge im Arbeitsbereich dazu. Es folgen wieder Praktika, die dann aber in Betrieben, die mit der Werkstatt in Kooperation stehen, stattfinden. Nach den zwei Jahren der beruflichen Bildung beginnt die Zeit im gewählten Arbeitsbereich. Nun ist man ein vollwertiger Mitarbeiter der Werkstatt. Wie auch auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt gibt es hier Voll- und Teilzeitjobs. Man arbeitet in seinem Talent, welches während der beruflichen Bildung ausgearbeitet wurde.

Wie geht es weiter?

Nach der beruflichen Bildung kann man je nach Qualifizierung in den Arbeitsbereich wechseln, aber es gibt auch die Möglichkeit sich weiterzubilden. Es gibt sogenannte Fachpraktikerausbildungen, zum Beispiel im Verkauf. Diese Ausbildungen sind ebenfalls für Menschen mit Behinderungen konzipiert. Mehr Infos zum Thema findet ihr unter: www.lebenshilfe-handinhand.de

 

Weitere Informationen findet ihr auch in diesem bereits erschienen Artikel.