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Auf der Suche nach eigenen Stärken und Wünschen

News rund um die Ausbildung

Das Ende deiner Schulzeit ist absehbar und das Zeugnis verspricht gut zu werden. Doch auf welchen, der 350 in Deutschland anerkannten Ausbildungsberufe du dich bewerben solltest, das weißt du nicht wirklich. So – oder ähnlich – geht es vielen. Denn seine eigenen Stärken und beruflichen Wünsche selbst einzuschätzen, scheint gar nicht so leicht. PLANBAR zeigt dir, woran du dich trotzdem orientieren kannst.

„Ein Beruf muss zu einem passen wie ein Partner. Kompromisse sind nur bis zu einem bestimmten Grad okay“, weiß Diana Tietze, Diplom-Psychologin aus Lübbenau. Denn: „Was uns interessiert, nehmen wir besser auf – der Wissensstoff bleibt viel leichter und länger im Kopf ‚kleben‘.“ Ein Beruf, der dir Spaß macht, hat also auch psychologisch seinen Sinn.

 

Beobachten und hinterfragen

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Psychologin Diana TietzeDiana Tietze

Wahrscheinlich hast du während deiner Schulzeit nur wenige Möglichkeiten herauszufinden, welche praktischen Tätigkeiten dir gefallen. Was also tun, wenn du außer Zeitungaustragen oder Rasenmähen keine beruflichen Erfahrungen hast? „Auch aus einem Hobby lassen sich viele Eigenschaften ablesen“, erklärt Diana Tietze: „Sportler bringen meist viel Ehrgeiz und Disziplin mit, sie können sich gut motivierten. Wer Tätigkeiten mag, für die man Ruhe und Geduld braucht, der sollte auf einen stressigen Job im Großraumbüro verzichten. Abwechslung bieten dagegen soziale Tätigkeiten, bei denen man viel Kontakt mit anderen Menschen hat.“ Hier gilt es also, sich selbst zu beobachten und zu hinterfragen: Was brauche ich im Alltag, damit es mir gut geht?

 

Experten bieten Beratung

Wenn du Schwierigkeiten mit dem Selbstbeobachten hast, kannst du das auch Experten überlassen. Diana Tietze hat zum Beispiel ein Verfahren entwickelt, bei dem sie aus 17 psychologischen Einzeltests eine ziemlich verlässliche Aussage über die Kompetenzen eines Bewerbers ableiten kann. In Gesprächen und durch schriftliche Aufgaben werden Intelligenz, logisches Denken und Konzentrationsfähigkeit ebenso auf die Probe gestellt wie Vorstellungsvermögen, Strategiedenken und Methodenkompetenz. Das Ergebnis ist eine ausführliche Analyse samt Empfehlung, welche Berufe für den Teilnehmer sinnvoll wären. Das nutzen nicht nur Jugendliche: „Einmal hat eine Abiturientin ihre Mutter mitgebracht und schließlich saßen beide hier und haben den Test gemacht“, erzählt Diana Tietze.

Viele Teilnehmer seien dann überrascht, woher die Psychologin nach kurzer Zeit ein solch detailliertes Bild von ihnen hat. Das Geheimnis: „Unbewusst kennen sich viele Menschen selbst sehr gut, doch sie können das nicht ausdrücken. Durch das Testverfahren identifiziere ich die Eigenschaften und Kompetenzen und lege sie offen.“ Ähnliche, wenn auch nicht so umfangreiche Tests bieten dir übrigens auch die Arbeitsagenturen.

 

3 Tipps der Expertin

 

  • Differenzieren: Wenn dir ein Praktikum mal nicht so gefallen hat, solltest du genau überlegen, woran das lag. Waren es die Tätigkeiten des Berufs oder lag es eher an den Bedingungen, beispielsweise, weil du schlecht betreut wurdest?
  • Selbst entscheiden: Na klar, beim Thema Ausbildung und Beruf sind deine Eltern bestimmt gute Ratgeber. Immerhin wissen sie schon länger aus eigener Erfahrung, wie es ist, zu arbeiten. Trotzdem solltest du am Ende selbst entscheiden, welchen beruflichen Weg du gehen möchtest. Schließlich musst du auch mit den Konsequenzen leben.
  • Tu, was dich glücklich macht: Nicht alles, was du während deiner Ausbildung lernst, wird gleich viel Spaß machen, schließlich sind „Lehrjahre keine Herrenjahre“. Wenn du aber stets unzufrieden bist und sich das auch auf deine Motivation auswirkt, solltest du ehrlich über deine Ausbildung nachdenken – und eine Entscheidung treffen. Das ist auch gar nicht schlimm, selbst Erwachsene orientieren sich manchmal im Laufe ihres Lebens beruflich nochmal um.