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Alte Rollenverteilung ‚Buh‘ – Ausbildung zur Malerin ‚Juhu‘!

Ausbildungsfinder

„Cool, dann kannst du ja meine Wohnung streichen!?“

Nicht selten bekommt Jasmin diesen Satz zu hören. Denn sie ist angehende Malerin/Lackiererin und stolz darauf.
Der alten Rollenverteilung zugrunde wird häufig noch in sogenannte Männer-und Frauenberufe unterschieden. Doch wo endet die typisch weibliche Arbeit und  wo fängt der „Männerberuf“ an?
Fakt ist: Immer mehr Frauen trauen sich auch an „männliche“ Berufe heran. Es geht jetzt nicht um Jobs, bei denen man vielleicht ein Kreuz wie ein IKEA-Schrank oder Arme wie Popeye braucht. Eher um die Berufe, denen ein hohes Maß an Innovation, Eigeninitiative und weiblichem Know-How nicht fehlen darf.
So auch Jasmin (18 Jahre) aus Cottbus. Sie ist im ersten Ausbildungsjahr zur  Malerin und Lackiererin in einem regionalen Malerbetrieb.
Wir haben uns mit Jasmin getroffen, um noch mehr über sie und ihren Beruf zu erfahren.
Fragt ihr euch gerade:„Warum eigentlich Malerin und Lackiererin?“. Die Antwort ist ganz einfach. Jasmin hat schon in der Schul- und Freizeit gern gezeichnet und sich für Farben interessiert.
So entwickelte sich rasch die Begeisterung für eine Ausbildung in diese Richtung.
Denn wer denkt, dass man als Maler(-in) nur tapeziert, Wände und Fassaden streicht, der irrt sich.
Der Beruf ist viel mehr! Bestenfalls kann man beim Entwerfen und Ausführen von speziellen Wanddekorationen, Bändern oder Ornamenten seiner Kreativität freien Lauf lassen.
Maler(-innen) und Lackierer(-innen) können durch unterschiedlichste Techniken diverse Oberflächenstrukturen wie Holz-oder Steinoberflächen an die Wände zaubern.
Der Beruf ist so breitgefächert, dass Jasmin nach ihrer Ausbildung von Marmorierung bis zum Verlegen von Laminat alles drauf hat. Da kann so mancher selbsternannte Heimwerker nur staunen...

Et Voilá! Jasmin ist nicht die einzige Malerin und Lackiererin in der Lausitz. Allein in ihrem Ausbildungsbetrieb gibt es drei Frauen - zwei davon Azubis. Wenn das mal unsere veralteten Rollenmuster nicht völlig über den Farbtopf wirft!

„Doch was danach?“ Jasmin möchte erstmal ihre Ausbildung beenden. Im Falle einer Übernahme wird sie den Beruf der Malerin und Lackiererin weiterhin ausüben, den Meister und idealerweise sich selbstständig machen.
Auf die Frage, ob sie noch alternative Zukunftspläne hat, antwortet Jasmin mit „Ja, Bundeswehr wäre ganz cool und dann eine Feldwebellaufbahn anfangen“.
Nicht schlecht! Maler, Offiziere und Tontauben aus dem Weg – Jasmin kommt und zeigt, dass „Männerberufe“ die neuen „Frauenberufe“ sind.