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Wie ticken eigentlich Personaler? Teil 4

Bewerbungsverfahren

Im vierten Teil der Serie stellt Susanne Mitzscherlich, Leiterin der medizinischen Schule Cottbus ihre Vorstellungen an Bewerber vor.

 

 

Susanne Mitzscherlich, Leiterin Medizinische Schule Cottbus

 

„Mir ist die Motivation der Bewerber besonders wichtig, aber ich nehme auch die Praktika, die schulischen Leistungen und das Engagement der Bewerber genau  unter die Lupe“, sagt Susanne Mitzscherlich. Sie ist die Schulleiterin der medizinischen Schule in Cottbus, die sieben Gesundheitsfachberufe anbietet:  Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege, Altenpflege, Physiotherapie, Medizinische technische Laboratoriumsassistenz,  Medizinisch-technisch Radiologieassistenz und Hebamme.

Ganz wichtig ist der Diplom Pflegepädagogin die Vollständigkeit der Bewerbung, dazu gehören für sie auch Kopien der Zeugnisse.  „Generell sollte die Bewerbung vollständig und leserlich sein“, so Susanne Mitzscherlich. „Außerdem gilt es, die orthographischen und grammatikalischen Regeln  zu beachten.“ Eine Unterschrift unter dem Bewerbungsschreiben darf auch nicht fehlen.

„Weiterhin sortiere ich Massenbewerbungen aus,  die ohne Überprüfung an viele Unternehmen geschickt werden“, erzählt die Leiterin der medizinischen Schule.  Hierbei hat sie schon einige erlebt:  falsche Adresse, anderer Beruf oder sogar ein anderer Betrieb.

Bei den Zeugnissen richtet sie ihre Aufmerksamkeit besonders  auf Deutsch und Mathe sowie den naturwissenschaftlichen Bereich. „ Bei Bewerbungen für die Physiotherapie schauen wir außerdem auf die Sportnote“, so Susanne Mitzscherlich.  Wichtig sei bei Noten die grundsätzliche Tendenz:  liefert der Bewerber eigentlich gute Leistungen, hat aber in diesem Fach Schwierigkeiten oder ziehen sich die schlechten Leistungen durch das gesamte Zeugnis?  „Bei schlechteren Noten auch bessere Zeugnisse anderer Jahrgänge anfügen oder Begründung, warum die Noten nicht optimal sind“, empfiehlt die Leiterin.

Die absoluten No-Goes:

Außerdem sollten Bewerber auf diese No-Goes achten: „Gar nicht gut sind mangelndes Wissen über den künftigen Arbeitgeber oder eine lückenhafte Informationen über den angestrebten Beruf.“  Auch nicht günstig sei die Frage: Welche Weiterbildungen bieten Sie an?  „Das ist meiner Meinung nach eine schwammige und unpassende Standardfrage, denn hier geht es erstmal um die Ausbildung“ betont Susanne Mitzscherlich.

Besonders wichtig ist ihr weiterhin, dass sich die Bewerber vorab gut informieren. „In diesen Berufen müssen die Bewerber später viel Verantwortung  tragen und sollten sich über Licht und Schattenseite des Alltags im Klaren sein“, sagt sie.  In dem Bewerbungsschreiben, dem Auftreten und der Vorbereitung auf das Gespräch sollte deutlich werden, dass der Bewerber diesen Beruf wirklich erlernen möchte.

Im Bewerbungsgespräch selbst schaut die  Leiterin der medizinischen Schule  auf das Gesamtbild und achtet auf saubere und dem Anlass angemessene Kleidung sowie Haare. „ Außerdem sollten Körperhaltung, Mimik und Gestik  zum Ausdruck bringen, dass dieses Gespräch für den Bewerber wichtig ist“, findet Susanne Mitzscherlich. Weiterhin sollten die Fragen sollten angemessen beantwortet werden, weder nur ein Wort noch endlose Antworten. „Versteht der Bewerber eine Frage nicht, besser eine Verständnisfrage stellen“, stellt sie klar.