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Wenn ein Schneesturm den Beruf vorgibt

Reportagen

Donald Bäcker über Meteorologie in seinem Alltag und im Fernsehen

 

Wetterbeobachter. Eigentlich eine aussterbende Berufsgruppe. Dennoch ist Donald

Bäcker jeden Tag erfolgreich in seinem Job. Ausschlaggebend dafür ist, dass er sich nicht allein auf das reine Wetterbeobachten beschränkt, sondern den Sprung ins Fernsehen gewagt hat. Mit messbarem Erfolg.

„Meteorologe ist aber trotz allem kein sterbender Beruf“, beharrt Donald Bäcker, der im Moment regelmäßig mit dem ARD-Morgenmagazin zusammenarbeitet. Besonders die Bachelor- und Master-Studiengänge für Meteorologie bieten ein vielfältiges Beschäftigungsfeld. So finden die Master-Absolventen häufig in der Forschung und bei der Entwicklung von wettertechnischen Computerprogrammen einen Job. Allerdings sollten sich die Studenten nicht von den anfänglichen Fächern Physik und Mathe abschrecken lassen. „Da muss man sich dann durchbeißen“, ermutigt Donald Bäcker.

 

Interessenten sollten wetterbegeistert sein

Als Voraussetzung für den Beruf sollten die zukünftigen Meteorologen nach Meinung des 42-jährigen „Wetterfroschs“ nur eins mitbringen: Wetterbegeisterung. „Das ist in diesem Beruf ganz wichtig.“ Donald Bäcker entdeckte diese Begeisterung im Dezember 1978. Der damals 10-Jährige fand den draußen tobenden Schneesturm toll. „Von da an war mein Weg klar“, so Bäcker. Er besorgte sich kurze Zeit später ein altes Messgerät und machte sich mit kindlicher Neugier an die Erforschung des Wetters. Neun Jahre später mündete dies in eine Facharbeiter-Ausbildung zum „Technischen Assistenten für Meteorologie“ in Potsdam. Heute heißt der Abschluss ,Wetterdiensttechniker‘, diese Ausbildung wird aber nur noch im Bedarfsfall beim Deutschen Wetterdienst (DWD) oder der Bundeswehr angeboten – das Studium ist nun der empfohlene Weg.

So ist der DWD, dessen Zentrale in Offenbach sitzt, derzeit der größte Arbeitgeber für Diplom-Meteorologen in Deutschland. Der höhere Dienst ist bereits jetzt nur mit einem abgeschlossenen Diplom oder Master möglich. Beim gehobenen Dienst wird in Zukunft ein Bachelor-Abschluss nötig sein, während beim mittleren Dienst weiterhin ein Realschulabschluss genügt. Der DWD geht außerdem davon aus, dass der Anteil von Bachelor-Absolventen unter seinen Mitarbeitern in den kommenden Jahren stetig zunehmen wird.

Doch Donald Bäcker verspricht auch Quereinsteigern Einstiegsmöglichkeiten. „Wenn derjenige sich in der Meteorologie auskennt, hat er gute Karten.“ Solche Fälle habe es schon öfter gegeben.

 

Medien entscheiden über Karriere

Der Weg ins Fernsehen sei aber nicht allen vorbestimmt. Auch Bäckers TV-Einstieg war eher Zufall gewesen. 1999 traf er den Journalisten und Gründer des Wetterdienst-Unternehmens „Meteomedia“, Jörg Kachelmann, in Berlin. Nachdem die beiden sich besser kennen gelernt hatten, bot Kachelmann ihm eine Stelle bei „Meteomedia“ an. Bäcker sagte sofort zu, sträubte sich aber anfangs vor einer medialen Laufbahn. „Fernsehen habe ich mir damals einfach nicht zugetraut“, sagt er. Doch irgendwann legte er die Scheu ab und schaffte den Durchbruch. „Am Ende kommt es aber nur darauf an, ob man für die Medien akzeptabel ist.“ Entscheidend sei dabei auch eine angenehm klingende Stimme.

 

Voller Einsatz im Alltag

Dass die Wettermoderatoren durchaus nicht unbeachtet bleiben und ihre Leistungen gewürdigt werden, erleben sie jedes Jahr beim Gipfeltreffen der Wetterfrösche in Österreich. Bei diesem Branchentreffen wird die „Beste Wetterpräsentation im deutschsprachigem Fernsehen“ gekürt. 2009 fiel die Wahl auf Donald Bäcker. Sein Beitrag vom Fühlinger See bei Köln, im August 2009, wurde von der Jury mehrheitlich gewählt. „Es war alles live und eigentlich sollte ich nur stehen und moderieren. Doch die Regie fand, ich solle lieber schwimmen. Also schwamm ich. Am Ende hing ich mehr schlecht als recht am Kanu des Kameramannes.“ Die Kollegen aber lobten den Beitrag als authentisch und fragten sich, warum das Mikrofon nicht nass wurde. Bäckers einfache Lösung des Rätsels: ein Kondom. „Irgendjemand aus dem Team hatte eines dabei und es hielt das Mikro trocken“, erinnert sich der Moderator.